Heinrich-Blickle-Museum

Als Rosenfeld in der napoleonischen Zeit durch die Angliederung an das Oberland an Bedeutung verlor, war auch der Fruchtkasten überflüssig geworden. Er wurde bis 1956 von den Bürgern anderweitig genutzt und ab 1972 von der Firma Blickle zur industriellen Nutzung verwendet.

Dies machte den Weg frei für Elisabeth Blickle, ein Vermächtnis ihres verstorbenen Mannes zu erfüllen und im uralten Treppenhaus des Fruchtkastens seine Ofenplattensammlung unterzubringen.

Seit Mai 1982 ist das Heinrich-Blickle-Museum geöffnet. Ofenplatten werden erst seit Ende des 15. Jahrhunderts hergestellt. Vor allem im Siegerland entstanden damals die ersten primitiven „Hochöfen“. Sie wurden zum Schmelzen  des Eisenerzes benötigt. Da die Landesfürsten im Besitz der Eisenhütten waren, bestimmten Sie auch die Themen für die Künstlerische Gestaltung der Platten.

Oft recht namhafte Künstler schnitzten die sogenannten „Model“ aus Holz. Sie drückte man in das Sandbett ein, um in diese Form das Gusseisen fließen zu lassen. So entstanden also immer „Serien“ von Platten. Model wurden auch von Hütte zu Hütte ausgeliehen. Später wurden deshalb auch schon gegossene Platten kopiert.

Heute sind im Museum über 130 gusseiserne Ofenplatten ausgestellt, diese Sammlung ist einzigartig und erstreckt sich über vier Jahrhunderte.